Hallo,
ich glaube, "historische Bedingtheit", wie Jan erwähnt, spielt eine Rolle, und vielleicht auch teilweise, dass einige Advertiser die verkauften Produkte technisch nicht im Netzwerk oder im Partnerprogramm wiedergeben können.
Den Hauptgrund sehe ich aber woanders, und verständlich wird es aus Sicht des Advertisers: Wenn ich aus meiner Produktpalette ein einzelnes Produkt oder eine besondere Produktgruppe besonders gut verkaufe, dann geschieht das nicht unbedingt aus meinem Willen heraus. Produkte, die sich in meinem Shop ohnehin von selbst verkaufen, weil zum Beispiel der Mainstream einfach darauf abfährt, sie gerade "hip" sind, oder ich sie ganz besonders günstig erwerben und somit auch anbieten kann, werden auch immer über Affiliate Marketing gut laufen, weil sie, wie gesagt, überall gut laufen. Es bedarf keines besonderen Pushes. Zeige ich aber auf, dass beispielsweise 80% aller Verkäufe einer bestimmten Produktgruppe zugeordnet werden, ist das praktisch wie ein zusätzlicher Push, und andere Produktgruppen, die ich vielleicht viel lieber verkaufen will, bleiben auf der Strecke. Eine gezielte Aktion auf besondere Produktgruppen erzielt nicht mehr den gewünschten Effekt, womit ich mir selbst marketingtechnische Möglichkeiten nehme. ‹brigens, weil ich gerade davon angefangen habe, ist es ein guter Tipp für Affiliates, dass sie sich, gerade wenn bei einem Partnerprogramm Aktionen für bestimmte Produktgruppen gefahren werden (z.B. über höhere Provisionen), genau die eben anderen Produkte und Gruppen genau anschauen.
Vielleicht ist mein "Mainstream - Produkt" auch besonders margenschwach und damit höchstens umsatzbringend, dann kann es entsprechend nur als "Anfutter" für den Kunden gelten, damit er weitere, gewinnbringendere Produkte kauft. Als Affiliate, der das nicht Zeigen der Top Seller in erster Linie intransparent findet, darf man dabei auch nicht vergessen: Werden ausschließlich diese Produkte verkauft, kann der Advertiser oft die Partnerprogramme gar nicht halten, deshalb ist die "Nichtauswertung" der bestimmten Produktverkäufe oft absolut notwendig für ihn.
Wenn ich als Agentur oder Affiliate Manager einen Merchant betreue, der ähnlich aufgestellt ist und sich im Affiliate Markt positionieren will, so täte ich möglicher Weise gut daran, zu Beginn einen Push über "leicht" zu verkaufende Produkte zu bewirken. Noch während des Anstiegs muss ich dann versuchen, quasi einen Switch hinzubekommen, da ich ja keine statistische "Welle" während der Anstiegsphase produzieren will. Meistens werden hierfür sowas wie Salesrallyes in verschiedenen Abschnitten gemacht. Das hat eigentlich den Nachteil, dass diese fast immer komplett vorher durchgeplant werden müssen, so dass ich nicht komplett flexibel auf den Zeitpunkt des angesprochenen Switches einwirken kann. Cooler finde ich es zum Beispiel, bis zum richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um dann bis dahin vorenthaltene Microsites, die natürlich deeplinken, differente Landingpages und weitere Deeplinks, so wie eventuell zusätzliche Datafeeds einzubinden. Wenn ich den richtigen Zeitpunkt getroffen habe, steigt die Absatzkurve leicht weiter, ich habe aber auf für den Merchant "bessere" Produkte geswitcht bzw. schaffe einen guten Mix. Damit ist der Kunde (also der Advertiser) zufrieden, die Affiliates auch, und so kann ich beruhigt schlafen
Ui, ein bischen weit ausgeholt...naja...
Beste Grüße
Lars